Swiss plant Abschied vom Airbus A220

05.11.2026    Quelle: Aerotelegraph         

Swiss will sich langfristig von ihrer gesamten Airbus-A220-Flotte trennen. Damit verabschiedet sich die Airline von jenem Flugzeugtyp, den sie 2016 als weltweit erste Fluggesellschaft in Dienst stellte.

Zunächst werden die neun A220-100 bis Ende 2027 ausgemustert, wobei bereits drei Maschinen nach Toulouse-Francazal gebracht wurden (HB-JBB, HB-JBE und HB-JBH). Hintergrund sind die anhaltenden Probleme mit den Pratt-&-Whitney-Triebwerken. Die frei werdenden Triebwerke sollen als Ersatz für die grösseren A220-300 dienen. 

Auch die 21 A220-300 haben bei Swiss keine langfristige Zukunft. Sie sollen in den 2030er-Jahren die Flotte verlassen. Künftig setzt Swiss auf eine stärker vereinheitlichte Kurz- und Mittelstreckenflotte mit Airbus A320neo und A321neo.

Damit endet bei Swiss schrittweise die Ära der einst revolutionären Bombardier C-Series. Ob die A220 innerhalb der Lufthansa Group eine neue Heimat finden, bleibt offen. Aktuell betreibt ITA Airways 31 Airbus A220 und seit neustem kursieren auch erste Bilder aus Montréal-Mirabel eines A220-300 in der Bemalung von Lufthansa City. 

Am 1.7.16 wurde das erste, damals noch als Bombardier C-Series, Flugzeug dieser Bauart an eine Airline ausgeliefert. Die Landung der HB-JBA wurde gebührend gefeiert als die Maschine werksneu ausgeliefert wurde. Ebenso gefeiert wurde wie man sieht im Hintergrund auf der gut gefüllten Zuschauertribüne als die HB-JBA vorbeirollt zum Standplatz, wo sie von einer grossen Gruppe Menschen aus dem Swiss-Konzern bereits erwartet wird. (Raphael Joggi, Zürich, 1.7.16)

Der Airbus A220 wurde ursprünglich von Bombardier als C-Series entwickelt und 2016 erstmals bei Swiss in Dienst gestellt. Der zweistrahlige Kurz- und Mittelstreckenjet ist in zwei Varianten erhältlich: als A220-100 mit rund 100 bis 135 Sitzplätzen und als grössere A220-300 mit bis zu 160 Plätzen. Moderne Pratt-&-Whitney-Getriebefan-Triebwerke sorgen für einen vergleichsweise niedrigen Treibstoffverbrauch und reduzierte Lärmemissionen. Besonders geschätzt werden die geräumige Kabine, grosse Fenster und die komfortable 2+3-Sitzanordnung. Mit einer Reichweite von über 6'000 Kilometern eignet sich der A220 auch für längere Strecken. Trotz technischer Herausforderungen bei den Triebwerken gilt er als wichtiger Bestandteil moderner Regional- und Mittelstreckenflotten.

oben: Da Swiss als Erstkunde für die Bombardier BD-500-1A10 (CS100) feststand, absoliverte die C-FFCO ab Zürich diverse Flüge, Handlingsübungen am Boden und diente dabei als Test unter realen Bedingungen um dann ab dem 15.7.16 ready zu sein um im täglichen Geschäft eingesetzt werden zu können. Die C-FFCO wurde noch im gleichen Jahr aus dem Dienst genommen, ausgeschlachtet und verschrottet. (Raphael Joggi, Zürich, 24.3.2016)

 

unten: Neben den Airbus A220-100 übernahm Swiss auch Airbus A220-300 Maschinen. Der HB-JCA kam die Ehre zu Teil für einen begrenzten Zeitraum mit zwei verschiedenen auffällig farbenfrohen Bemalung die Blicke auf sich zu ziehen. Die Airbusse A220-300 dürften noch bis in die 2030er-Jahre Teil der Swiss-Flotte sein, ehe gemäss aktuellem Plan auch dieses Flugzeugmuster aus der Flotte verabschiedet wird und so dem Willen einer einheitlicheren Flottenstruktur mit Airbus A320neo und A321neo zum Opfer fallen wird. (Raphael Joggi, Zürich, 18.6.2017)